Aktuelles
Iran Sanctions: Right Intent, Wrong Approach
European Energy Review, 16. 02. 2012
While the oil boycott the US and EU have instituted against Iran is understandable, in view of the repulsive nature of the Iranian regime, it will end up hurting the West rather than the rulers in Tehran, argues Friedbert Pflüger, Director of the European Centre for Energy and Resource Security (EUCERS) at King’s College London. According to Pflüger, the West should deal with Iran the way it dealt with the Soviet Union during the Cold War: with a policy of containment and cooperation, particularly in the energy sector. “While the dangers and malicious character of the ruling regime should not be watered down, stronger economic cooperation, like for instance the ‘gas for pipes’ deal in 1970 between Germany and Russia, should be pursued.”
Die Politik bremst die Energiewende
Handelsblatt, 19.01.2012
The Southern Gas Corridor: Reaching the Home Stretch
European Energy Review, 12. Januar 2012
The lengthy speculation about the so-called Southern Gas Corridor, the seemingly endless discussions about various pipeline concepts, and their geopolitical meaning and economic feasibility will soon come to an end. The different projects have numerous stakeholders including transit governments, gas buyers, transportation companies and their shareholders and, last but not least, international financial institutions, as some of the segments will likely be project-financed. Given the strong need for alignment, coordination and planning security, combined with the availability of 10 billion cubic meters (bcm) of Shah Deniz Phase II gas which will need to come on stream 2018-20, there is no scope left for yet further speculation. When taking all the pro and contra arguments of the specific pipeline projects downstream of Turkey into consideration, the most likely winner, at least for the time being, will not be Nabucco, the Interconnector Turkey-Greece-Italy (ITGI), or South Stream (the alleged Southern Gas Corridor ‘spoiler’); rather, it will most likely be the Trans Adriatic Pipeline (TAP).
Der Südliche Korridor: Stunde der Entscheidung
Energlobe, 16. Januar 2012
Die scheinbar endlose Debatte über den Südlichen Korridor ist auf der Zielgeraden. Es wird in diesem Frühjahr entschieden, nicht etwa, weil das Machtspiel der letzten Jahre durch geostrategische Entscheidungen der Politik beendet wurde, sondern weil aktuelle ökonomische Fakten eine rasche Entscheidung erfordern. Es muss konkrete Planungssicherheit geschaffen werden, damit 2018-20 die 10 Milliarden Kubikmeter (bcm) Gas der zweiten Phase der Entwicklung des Shah-Deniz-Feldes ihren Käufer finden können. Voraussichtlich werden weder Nabucco, noch die Pipeline Türkei-Griechenland-Italien (ITGI-Poseidon) am Ende realisiert, vielmehr heißt der Favorit: Trans-Adriatic-Pipeline (TAP).
Von der Krise zur Chance- Energieversorgung im Post-Fukushima Japan
In Erich G. Fritz (Hg.)
Zeitenwende in Japan, Athena Verlag 2011
„Fukushima“ – Dieses Wort steht für weit mehr als das verheerende Erdbeben am 11. März 2011 vor der japanischen Ostküste. Es steht auch für mehr als die schrecklichen Bilder Zehntausender Toter, Verletzter und Vertriebener. Seit der live in alle Welt übertragenen Kernschmelze im Kraftwerk Fukushima-Daiichi steht „Fukushima“ vor allem auch für den Moment, der wie kein anderer seit dem apokalyptisch anmutenden Reaktorunglück von Tschernobyl 1986 die moralische Frage nach der Verantwortbarkeit der Atomenergie stellte. Schon heute wird von einer Ära vor und nach „Fukushima“ gesprochen. Der Tag des Unglückes wird in Anlehnung an „9/11“ bereits als „3/11“ bezeichnet.
Dem Kapitalismus fehlt das Korrektiv
CICERO online, 28. September 2011
Hat die Linke doch Recht? Mit dieser Frage hat der konservative britische Publizist Charles Moore eine wichtige Debatte angestoßen, die in Deutschland etwa von Frank Schirrmacher, Michael Naumann und Josef Joffe aufgegriffen wurde. Schirrmacher konstatierte in der FAZ, dass die politische Praxis in den Zeiten „enthemmter Finanzmarktökonomie“ nicht nur belege, „dass die gegenwärtige ‚bürgerliche’ Politik falsch ist, sondern (…) dass die Annahmen ihrer größten Gegner richtig sind“. In der Tat stellt sich zwei Jahrzehnte nach dem durchschlagenden Sieg von Demokratie und Marktwirtschaft über die kommunistische Planwirtschaft heute das erste Mal wieder die grundsätzliche Systemfrage. Die Marktwirtschaft und zunehmend auch die parlamentarische Demokratie befinden sich in einer Legitimationskrise…
Russisches Engagement wird zum Risiko
Handelsblatt, 31. August, 2011
Seit Jahren arbeiten Deutschland und Russland in Fragen der Energiepolitik eng zusammen. Zuletzt vereinbarten beide Länder einen Ausbau der Partnerschaft. Dies könnte sich für Deutschland jedoch zum Risiko auswachsen. Unter dem Druck des Atomausstiegs der Bundesregierung und der dadurch bedingten mittelfristigen Versorgungslücke setzen große deutsche Energieunternehmen vermehrt auf russisches Gas. So verständlich dies aus der Sicht des jeweiligen Managements ohne Zweifel ist, so birgt diese Entwicklung doch Gefahren für einen diversifizierten europäischen Energiemarkt und für die Unabhängigkeit Deutschlands. Bisher ist die Geschichte der deutsch-russischen Energiepartnerschaft, die mit dem Erdgas-Röhrengeschäft zwischen Bonn und Moskau im Jahre 1970 begann, eine Erfolgsgeschichte. Russland ist seither für Deutschland ein verlässlicher Lieferant gewesen, selbst in den schwersten Zeiten des Kalten Krieges. Umgekehrt hatten die Russen in Deutschland einen wachsenden Absatzmarkt. Die aus dieser wechselseitigen Abhängigkeit entstandene Machtbalance zwischen dem Produzenten (upstream) und dem Käufer (downstream), die sich heute etwa in der Wingas, einem Gemeinschaftsunternehmen von Gazprom und der BASF-Tochter Wintershall erfolgreich dokumentiert, könnte nun außer Kraft gesetzt werden.
Eine neue Ära des Energieimperialismus
Internationale Politik 3, Mai/Juni 2010
Will die EU im Bereich Energie und Rohstoffe als Global Player auftreten, muss sie lernen, ihre Interessen auf den Schauplätzen der Welt zu definieren und durchzusetzen – sprich: eine gemeinsame Energieaußenpolitik entwickeln. Dabei sollte sie kritisch auf die chinesische Politik in Zentralasien und Afrika schauen.
Der dominierende Konflikt der Weltpolitik im 21. Jahrhundert wird der Kampf um Energie, Rohstoffe und Wasser sein. Nationalismus, Kolonialismus und Imperialismus des 19. Jahrhunderts kehren zurück – nach einer Periode des „Kampfes der Ideologien“ (Karl Dietrich Bracher) im 20. Jahrhundert und einer zwei Jahrzehnte andauernden Übergangsperiode der Suche nach einer neuen Weltordnung zwischen Pax Americana und…
Im milden Kurdistan
Internationale Politik 3, April 2011
Eine lupenreine Demokratie ist die autonome Region Kurdistan-Irak noch nicht. Dennoch: Die Zeit der Kriege und Konflikte scheint vorbei; die Provinz ist stabil, zu verzeichnen sind ein stetiger Prozess der Demokratisierung und des wirtschaftlichen Aufschwungs – nicht zuletzt dank der Türkei. Jetzt sollte sich auch Europa engagieren.
Wer an den Irak denkt, hat Bilder von Krieg und Terror vor Augen. Aber tatsächlich fand der letzte größere Anschlag in der autonomen Region Kurdistan-Irak im Norden des Landes im März 2008 statt. In deren Hauptstadt Erbil hat sich das Alltagsleben für die über eine Million Einwohner weitgehend normalisiert. Es werden neue Straßen, Tunnel, Brücken, Hotels, Restaurants, Shoppingcenter und Wohnsiedlungen gebaut – zumeist von türkischen Unternehmen. Gerade wurde…
Zeit für eine Revolution
SPIEGEL ONLINE, 15. März 2011
Die Laufzeitverlängerung war ein Fehler, Schwarz-Gelb hat damit die Gefahren der Atomkraft verharmlost. Die Zeit ist gekommen für neue Brückentechnologien auf der Basis von Erdgas und für die erneuerbaren Energien. Plädoyer für eine europäische Revolution. Die Kündigung des Atomkonsens durch die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke im vergangenen Jahr war ein Fehler. Die Laufzeitverlängerung hat die Gefahren der Kernkraft verharmlost: die Möglichkeit terroristischer Angriffe, das Restrisiko von Großunfällen, die mit der friedlichen Nutzung verbundene Gefahr der Weiterverbreitung von Nuklearwaffen und die ungeklärte Endlagerproblematik. Die Energie- und Umweltdebatte in Deutschland wurde unnötig polarisiert.
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